Homöopathie Heilung durch Nichts
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Heilung durch Nichts

 

Es war immer höchst rätselhaft, warum so viele Menschen von der Heilkraft ihrer Globuli berichteten. Alles nur Einbildung?

 

Diese Frage lässt sich heute – anders als vor 200 Jahren – recht zuverlässig beantworten: mit sogenannten placebokontrollierten Doppelblindstudien. In diesen Versuchsreihen bekommt ein Teil der Patienten die zu untersuchende Arznei verabreicht, eine Kontrollgruppe schluckt ein Placebo, also Pillen ohne Wirkstoff. »Doppelblind« heißen die Studien, weil weder der Arzt noch die Patienten wissen, wer das Placebo bekommen hat und wer die Arznei. Erst beim Auswerten wird das Geheimnis gelüftet.

Die Wirksamkeit homöopathischer Therapien wurde auf diese Weise vielfach untersucht, inzwischen sind auch zahlreiche Metastudien erschienen, die eine Art Durchschnitt der Einzelstudien bilden. Eine der bekanntesten Metaanalysen veröffentlichte 2005 Aijing Shang von der Universität Bern im Fachblatt Lancet.

Shang und ihre Kollegen hatten 110 Homöopathie-Studien gesichtet. Ihr Ergebnis: Berücksichtigt man nur diejenigen Studien, die wissenschaftlichen Qualitätsstandards genügen, lässt sich kein Unterschied zwischen einer Behandlung mit Placebos und einer Globuli-Therapie feststellen. »Die klinischen Wirkungen der Homöopathie«, resümierten die Forscher, »beruhen auf dem Placeboeffekt.« Andere Metastudien kamen zum gleichen Ergebnis.

 

 
 
 
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