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Barmherzige Brüder machen das Rennen

Regensburger Orden will ein Zentrum für Onkologie und Strahlentherapie am Krankenhaus in Cham bauen.

Ein Linearbeschleuniger im Einsatz.
Bislang gab es im Landkreis kein solches Gerät und die krebskranken Patienten
mussten weite Wege auf sich nehmen, um eine Strahlentherapie zu bekommen.
Das soll sich nun ändern: die Barmherzigen Brüder wollen bauen.

 

Von Christoph Klöckner

CHAM. Das Rennen um den Bau eines Strahlenbunker mit einem Linearbeschleuniger für die Bekämpfung von Tumoren am Standort Cham scheint gelaufen. Der Kreistag hat zumindest in nicht öffentlicher Sitzung am vergangenen Freitag einen Grundsatzbeschluss gefasst, dass der Orden der Barmherzigen Brüder aus Regensburg auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses in Cham eine solche Einrichtung bauen darf. Der Orden, der bereits bei zahlreichen medizinischen Einrichtungen engagiert ist, soll demnach in Cham ein „Zentrum für Onkologie und Strahlentherapie“ aufbauen.

Damit setzt sich der künftige Wunsch-Kooperationspartner der Kliniken im Landkreis Cham gegen einen Privatinvestor aus Landshut durch. Dr. Peter Rexrodt, der in Landshut mit der Onkologin Dr. Ursula Vehling-Kaiser zusammenarbeitet, wollte in Cham einen solchen Strahlenbunker aufstellen. Dr. Ursula Vehling-Kaiser hatte bereits 2009/2010 in Cham eine Filialpraxis gegründet und das Interesse an einem weitergehenden Engagement im Landkreis durch ihren Partner angekündigt.

Millioneninvestition geplant

Die Signale dafür und erste Gespräche gab es bereits 2010 kurz nach der Landratswahl. Denn von Landrat Franz Löffler brauchte der Arzt eine Versicherung, keine weiteren Vorhaben in dieser Richtung im Landkreis zuzulassen. Denn nur als Alleinanbieter im Landkreis lohnt die Investition in die Strahlentherapie – rein wirtschaftlich gesehen. Schließlich kostet allein der Strahlenbunker mit seinen über zwei Meter dicken Betonwänden und inklusive der hochtechnischen Geräte mehrere Millionen Euro. Um hier die Sicherheit zu bekommen, wollten die Landshuter schnell Nägel mit Köpfen machen – lange bevor die Barmherzigen Brüder als mögliche Konkurrenten in der Tür standen.

Keine schelle Zusicherung

Darauf ließ sich jedoch Landrat Löffler nicht ein. Im Wahlkampf hatte er zwar die schnellstmögliche Lösung des Problems angekündigt, doch eine schnelle Zusage für den Privatinvestor gab es deshalb nicht. Überhaupt hatte erst der Wahlkampf das Thema aufs Tablett gebracht, obwohl Patienten seit Jahren auf eine Verbesserung warten. Es sei untragbar, dass die Chamer Krebspatienten weite Wege auf sich nehmen müssten, um eine adäquate Behandlung zu bekommen, hieß es von allen Landratskandidaten im Wahlkampf. Dies zu ändern wurde somit als Ziel festgeschrieben.

Löffler zögerte jedoch mit der Zusicherung für die Landhuter, wie diese auf Nachfrage des Bayerwald-Echos berichteten. Es sei keine klare Aussage gekommen, so Dr. Vehling Kaiser.

Aus Sicht Löffler verständlich, denn zum einen galt es zu überlegen, ob die Kliniken selbst investieren und sich damit eine neue Einnahmemöglichkeit erschließen. Diese Frage habe sich jedoch beim Blick auf die wirtschaftliche Situation selbst erledigt, so Landkreis-Verwaltungschefin Patricia Stoiber gestern auf Nachfrage. Die Kliniken im Landkreis Cham drücken Schulden in Millionenhöhe. Zum anderen wollte der neue Landrat auf Suche nach einem geeigneten Kooperationspartner für die drei Krankenhäuser gehen, um eben die wirtschaftliche Situation der Kliniken zu verbessern. Dass er dabei von Beginn an die Barmherzigen Brüder als Partner im Auge hatte, war ein offenes Geheimnis.

„Sinnvoll und notwendig“

Es sei ein diffiziles Thema, so Stoiber. Landrat Löffler sei gleich nach seiner Wahl an die Lösung rangegangen, erläuterte die Verwaltungschefin. Die Ergänzung in diesem Bereich halte er für „absolut sinnvoll und notwendig“. Er habe deshalb gleich mit mehreren Stellen Gespräche aufgenommen, die sich mit dem Thema befassen. Dabei hätten sich die zwei Bewerber herausgeschält: der Landshuter Arzt und die Barmherzigen Brüder. Konkret sei es jedoch nur mit den Barmherzigen Brüdern geworden.

„Paradebeispiel Straubing“

Dafür ausschlaggebend sei das „Paradebeispiel Straubing“ gewesen, wo der Orden bereits eine solche Einrichtung am Krankenhaus laufen habe. „Das ist toll“, sagt Stoiber, die von einem Neubau noch in diesem Jahr ausgeht, auch wenn vertraglich noch nicht alles in trockenen Tüchern sei. Nicht entscheidend gewesen seien die Gespräche, die die Kliniken mit den Barmherzigen Brüder für eine Kooperation zur Zeit führen, so Stoiber. Derzeit würden noch die Arbeitsgrundlagen zusammengestellt, um dann in die konkretere Phase der Kooperationsverhandlungen mit den Barmherzigen zu gehen. Man begegne sich auf Augenhöhe – der Landrat habe mehrfach betont, dass die Kliniken im Landkreis Cham begehrt seien.

 

Quelle: Mittelbayerische - Cham - Nachrichten 06.04.2011

 
 
 
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