Interessantes EHEC Patienteninfo
Drucken
Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 

Liebe Patientin, lieber Patient!

Sicher haben Sie in den Medien von der starken Ausbreitung des Darmkeims EHEC (enterohämorrhagisches
Escherichia coli) gehört. Dieser Leitfaden gibt Ihnen Tipps, wie Sie das Infektionsrisiko verringern
können. Und sollten Sie dennoch erkranken, ist Ihre Praxis für Sie da.


Wann muss ich zum Arzt?
• Gehen Sie unbedingt in die Praxis, wenn Sie unter starkem wässrigen oder blutigem Durchfall leiden.
• Nicht jeder Durchfall ist die Folge einer Infektion mit dem EHEC-Keim. Warten Sie aber nicht ab, sonst drohen möglicherweise Entzündungen des Darms, der Nieren oder der Nerven.
• Nehmen Sie bitte keine Arzneimittel gegen Durchfall! Sie können die Erkrankung verzögern oder verschleiern.


Was passiert in der Praxis?
Die meisten EHEC-Fälle verlaufen ohne Komplikationen und heilen von selbst aus. In einigen Fällen
kann die Krankheit jedoch schwerwiegende Gesundheitsstörungen verursachen. Ihr Hausarzt wird
zunächst überprüfen, ob Sie wirklich an einer schweren EHEC-Infektion leiden oder nur einen leichten
Krankheitsverlauf bzw. eine andere Magen-Darm-Erkrankung haben. Dazu wird er Sie untersuchen.


Folgende Veränderungen können ein Hinweis auf eine schwere EHEC-Erkrankung sein:
• eine Einschränkung der Nierenfunktion, die sich z.B. durch Ödeme bemerkbar macht.
• Veränderungen der Urinmenge und -zusammensetzung.
• eine Blutarmut, die durch den Zerfall von roten Blutkörperchen entsteht.
• eine zu niedrige Anzahl von Blutplättchen im Blut, die zu stecknadelkopfgroßen Blutungen oder zu Blutergüssen in der Haut oder Schleimhaut führt.
• Störungen des Nervensystems (z.B. Sprach- oder Sehstörungen).

Bei mir besteht der Verdacht auf EHEC. Was nun?
• Bei allen Verdachtsfällen sowie nachgewiesenen EHEC-Infektionen muss Ihr Arzt umgehend das
zuständige Gesundheitsamt informieren.
• Leichte EHEC-Fälle werden ambulant bzw. zu Hause behandelt. Folgen Sie den Anweisungen Ihres
Arztes.
• Wenn der Verdacht auf eine schwere EHEC-Infektion besteht, wird Ihr Arzt Sie in eine Klinik einweisen, da EHEC-Infektionen zum Teil lebensbedrohliche Folgen haben können.
• Fachleute untersuchen Sie in der Klink mit weiteren Tests.
• In bestimmten Fällen wird in der Klinik eine Reinigung Ihres Bluts durchgeführt. Kann ich nach der Genesung gleich wieder arbeiten?
• Auch nach der Genesung ist es möglich, dass Sie mehrere Wochen lang weitere Keime ausscheiden.
• Falls Sie Lebensmittel herstellen oder weiterverarbeiten, treten vorübergehende Tätigkeits- und Berufsunfähigkeitsverbote in Kraft (IfSG, § 42 Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote). Das gilt auch bei Tätigkeiten in Gemeinschaftsunterkünften (IfSG, § 34, Absatz 1, Gesundheitliche Anforderungen). Ein Angehöriger ist erkrankt. Wie schütze ich die anderen Familienmitglieder?
• Desinfizieren Sie Ihre Hände nach jedem Kontakt mit dem Erkrankten besonders gründlich, bevor Sie Nahrungsmittel zubereiten. Tragen Sie dazu ein geeignetes Desinfektionsmittel aus der Apotheke auf Ihre gewaschenen und abgetrockneten Hände auf. Gleichmäßig verteilen, mindestens eine halbe Minute einwirken lassen. Fingerzwischenräume und Fingerkuppen nicht vergessen!
• Behandeln Sie Handkontaktflächen in Ihrem Haushalt wie Türklinken, Wasserhähne, WC-Spülknöpfe oder ähnliche mit einem Desinfektionsmittel.
• Reinigen Sie Geschirr und Besteck in der Spülmaschine bei mehr als 60 Grad.
• Waschen Sie Kleidungsstücke, die mit Stuhl oder Erbrochenem in Berührung gekommen sind, bei mindestens 60 Grad.


Wie kann ich mich schützen?
• Die genaue Quelle konnte trotz zahlreicher Verdachtsmomente noch nicht gefunden werden.
• Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz rät, Tomaten, Gurken oder Blattsalate nicht roh zu konsumieren. Und Obst sollte gründlich gewaschen bzw. geschält werden.
• Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor rohem Fleisch wie Tartar sowie Rohmilch und Rohmilchprodukten. Diese Lebensmittel hatten in der Vergangenheit häufiger EHEC-Infektionen ausgelöst.
• Das Landwirtschaftsministerium Niedersachsens vermutet, dass Sprossen (Adzukibohnen, Alfalfa, Bockshornklee, Brokkoli, Erbsen, Kichererbsen, Knoblauch, Linsen, Mungobohnen, Radieschen, Rettichsprossen, Rotkohl, Sonnenblumen und Zwiebeln) verunreinigt sein könnten und sprach eine Warnung aus. Meiden Sie momentan entsprechende Lebensmittel.

 
 
 
Copyright © 2018 Englberger. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.