Strahlentherapie Spätfolgen von Strahlentherapien
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Strahlentherapien haben eine hohe Wirksamkeit bei Tumorerkrankungen. Es besteht aber auch die Gefahr von Spätfolgen. Dass diese durch den Einsatz der Tumortherapie mit schweren Ionen reduziert werden können, berichten jetzt Forscher.

"Die bisher gewonnenen Daten legen nahe, dass eine Behandlung mit Partikeltherapien - also Protonen oder schweren Ionen - ein geringeres Risiko für eine spätere Krebs-Folgeerkrankung aufweist als herkömmliche Therapien mit Gammastrahlen", so Durante. "Dies gilt insbesondere auch für die Tumortherapie mit schweren Ionen, so wie sie am GSI Helmholtzzentrum entwickelt wurde." Rund 40% der Kinder und Jugendlichen, die eine Krebserkrankung dank einer Strahlentherapie überleben, leiden in einem Zeitrahmen von 30 Jahren nach der Diagnose unter lebensbedrohlichen Folgeproblemen wie beispielsweise sekundären Krebserkrankungen.

Die geringeren Langzeitfolgen der Tumortherapie mit schweren Ionen führt Durante hauptsächlich darauf zurück, dass bei der Therapie das gesunden Gewebe weniger durch die Strahlung belastet wird als bei der Gammatherapie und dass es kaum schädliche Neutronen gibt, die durch Streuung entstehen. Erste Studien belegen die Wirksamkeit der Methode bei geringen Spätfolgen. Um belastbare Aussagen zu gewinnen, müsse man allerdings noch weiter forschen, so Durante. Bis Daten von behandelten Patienten über lange Zeiträume zur Verfügung stünden, müsse man auf mathematische Modelle zurückgreifen. Weitere Verringerungen der Spätfolgen ließen sich durch Verbesserungen an den Bestrahlungsapparaturen im Allgemeinen und durch eine Reduktion der Bestrahlung durch die Diagnostik vor der eigentlichen Therapie erreichen.

Die Behandlung mit Ionenstrahlen ist ein sehr präzises, hochwirksames und gleichzeitig sehr schonendes Therapieverfahren. Ionenstrahlen dringen in den Körper ein und entfalten ihre größte Wirkung erst tief im Gewebe, hochpräzise in einem nur stecknadelkopfgroßen Bereich. Sie werden so gesteuert, dass Tumoren bis zur Größe eines Tennisballs Punkt für Punkt millimetergenau bestrahlt werden können. Das umliegende gesunde Gewebe wird weitgehend geschont. Nach erfolgreichen Studien an der GSI-Beschleunigeranlage hat GSI für den klinischen Routinebetrieb eine maßgeschneiderte Beschleunigeranlage entwickelt, die am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT im Jahr 2009 in Betrieb gegangen ist.

Originalpublikation:
Assessing the risk of second malignancies after modern radiotherapy
Wayne D. Newhauser et al.; Nature Reviews Cancer, 11: 438-448; 2011

Quelle: GSI,  11.10.2011

 
 
 
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