Interessantes Fast Food verändert Gehirn
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Fast Food verändert das Gehirn

 

Öfter mal einen leckeren Burger, eine fettige Pizza, einen gut gefüllten Döner und vielleicht noch Pommes Schranke mit ordentlich Glutamat: Was so lecker schmeckt macht offenbar nicht nur dick sondern lässt zusätzlich auch noch unser Gehirn schrumpfen. Das besagt eine neue Hirnforschungsstudie. Über die Reihenfolge von Ursache und Wirkung sind die Wissenschaftler sich allerdings noch uneinig.

Fast Food verändert unseren Appetit und die Fähigkeit zur Selbstkontrolle

Noch ein Eis hinterher oder lieber mal vernünftig sein? Was und wie viel wir essen entscheidet sich im Gehirn, genauer gesagt: In den Belohnungs- und Appetitzentren. Eine Studie des Nathan Kline Institute für Psychatrieforschung hat sich nun näher mit dem Zusammenhang dieser Regionen und Übergewicht beschäftigt. Dabei stellte das Team um Professor Antonio Convit fest, dass die für das Essverhalten relevanten Bereiche im Gehirn dicker Menschen kleiner ist.

Im Vergleich von übergewichtigen und normalgewichtigen Probanden konnten die Forscher sehen, dass die Belohnungszentren der Übergewichtigen im Durchschnitt nicht nur kleiner waren, sondern auch einen höheren Wassergehalt aufwiesen. Wasser sammelt sich vor allem dann an, wenn die Entzündungswerte erhöht sind - ein Anzeichen dafür, dass die Schädigung im Gehirn auch weiter voranschreitet. Nicht geklärt ist damit allerdings, welches Problem zuerst da war - das Übergewicht oder die veränderten Hirnareale.

Dafür beschäftigte sich aber eine aktuelle Studie der Purdue Universität in West Lafayette in Illinois mit der Reihenfolge von Ursache und Wirkung. In Versuchen mit Mäusen konnten die Forscher belegen, dass eine typisch westliche Ernährung mit viel Zucker und ungesättigten Fetten Veränderungen in der Blut-Hirnschranke verursacht - in Folge verändern sich dann auch andere Bereiche des Gehirns. Ob Fast Food tatsächlich blöd macht, ist damit zwar noch nicht belegt - Fakt ist aber: der häufige Verzehr von Burgern, Pizza und Döner kann süchtig machen. Auch im Gehirn. "Ich kann einer Crème Brulee besser widerstehen, wenn ein intakter Hippocampus die Erinnerung an ihren leckeren Geschmack abschwächt", kommentiert Studienleiter Terry Davidson.

Die Belohnungsareale im Gehirn sind häufiger Forschungsgegenstand in der Suchtforschung. Da sie auch mit unserem Geschmackssinn verknüpft sind, gewöhnen sie sich schnell an, uns auf Fast Food besonders viel Appetit einzuflüstern. Zugleich kann dadurch aber auch unsere allgemeine Fähigkeit zur Selbstkontrolle verändert werden - und Antonio Convit warnt, dass die Liebe zum fettigen Essen nicht zuletzt auch Demenzerkrankungen begünstigen kann.

 

von Jessica Riccò, 18.01.2011

 
 
 
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